Aktuelles

Aktuelle Stellenangebote

Die Diakoniestation Wilhelmsburg sucht zur Verstärkung ihres Teams:

dreijährig examinierte Pflegefachkräfte

einjährig examinierte Pflegerinnen

Nähere Informationen finden Sie unter Jobs.


Hamburg-Wilhelmsburg, 2. September 2013 – Janni und Fritzi sind sich nicht sehr ähnlich. Janni ist ein höflicher, einfühlsamer Junge mit vornehmer Zurückhaltung. Fritzi hingegen ist laut und frech, eine Quasselstrippe. Was Fritzi denkt, sagt sie geradeheraus. Sie schimpft und flucht und niemand nimmt es ihr übel. Denn Fritzi ist eine Puppe: eine Handpuppe, die ebenso wie Janni in der Tagespflege Wilhelmsburg der Pflegediakonie in der Arbeit mit Senioren eingesetzt wird.
Angela Berg, engagierte Mitarbeiterin und Herz der Station, haucht beiden Puppen Leben ein. So erreicht sie Menschen, denen es zum Beispiel aufgrund einer demenziellen Erkrankung schwer fällt, Kontakt mit ihrer Umwelt aufzunehmen. Besonders bei Themen, die mit Angst- oder Schamgefühlen einhergehen, kommen die Puppen als Gesprächspartner zum Einsatz. „Eine Puppe kann Dinge sagen, die ein Mensch niemals sagen könnte, Dinge tun, die ein Mensch nie täte“, sagt Puppenspielerin Angela Berg.
Schon während ihrer früheren Tätigkeit als Erzieherin setzte Angela Berg, Qualitätsmanagementbeauftragte und Führungskraft, Handpuppen ein. Vier Stück besitzt sie, einige sind bereits mehr als 15 Jahre alt. In der Tagespflege Wilhelmsburg begann sie vor etwa zwei Jahren mit dem Puppenspiel, langsam und vorsichtig, denn nicht nur ihre Tagesgäste mussten sich an die Anwesenheit von Fritzi und Janni gewöhnen – auch für die Mitarbeitenden waren die vorlauten neuen Teammitglieder zunächst befremdlich. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Puppen einen festen Platz in der Struktur der Tagespflege bekommen. Zurzeit ist ihr Auftritt eher spontaner Natur“, so Berg.
Puppenspiel mit psychologischem Feingefühl
Mit Theater oder Klamauk hat Angela Bergs Puppenspiel nichts zu tun. Sie beobachtet ihre Pflegekunden intensiv. Sie spürt, was die Menschen in ihrer Umgebung bewegt und findet ganz intuitiv die richtige Puppe, den richtigen Wortlaut, die passende Stimmlage. Manchmal flüstert Janni und streicht jemandem zum Trost die Hand. Manchmal fegt Fritzi die Spielsteine vom Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielbrett und bringt damit neue Dynamik und Lebendigkeit in die Gruppe. Oder Janni begleitet Angela Berg am frühen Morgen, um einen Tagesgast abzuholen und wird so zum liebgewonnenen Gefährten, der Vertrauen schenkt. „So erreiche ich Menschen in schwierigen Situationen, zu denen ich als Angela Berg in diesem Moment keinen Zugang bekäme“, beschreibt sie Sinn und Zweck ihres Puppenspiels. Fritzi und Janni tauchen in einem Moment auf und verschwinden dann wieder – ihr Auftritt dauert selten länger als zwei bis drei Minuten. So bewahren sie sich die Aufmerksamkeit des Überraschungsmoments und überfordern nicht die Konzentrationsfähigkeit der Tagesgäste. Bevor sie sich zurückziehen, verabschieden sie sich selbstverständlich – das ist eine Frage des Respekts. Oft fragen die Tagesgäste dann: „Kommst du wieder?“ Und Janni und Fritzi antworten stets: „Ja. Aber nicht mehr heute.“


Senioren auf Entdeckungstour durch die Gärten der Welt

Hamburg-Wilhelmsburg, 18. Juni 2013 – Über Heidefelder, durch den Bambus-Dschungel, mitten rein in den Kräutergarten: Die Tagespflege Wilhelmsburg und andere Einrichtungen der Pflegediakonie Hamburg-West/Südholstein zu Besuch auf der Internationalen Gartenschau in Wilhelmsburg.
Die Gruppe der Tagespflege Norderstedt steckt noch im Stau, da warten die Gäste aus Wilhelmsburg bereits gespannt vor den Toren der IGS – ausgestattet mit Eintrittskarte und Schirmmütze als Sonnenschutz. Von der kleinen Verzögerung lässt sich niemand die Laune verderben: Die eine Gruppe sammelt erste Eindrücke, um sich nach einer Trinkpause mit der Partnergruppe zu vereinen.
„Es ist eine tolle Aktion. Wir merken richtig, wie unsere Gäste aufblühen, schnattern und lachen. Allein das entschädigt für jegliche aufwendige Planung“, sagt Kai Mußmann, der als Pflegediakonie-Mitarbeiter den Ausflug drei Mal in Folge begleitete. Besonders überraschte ihn, dass einige Senioren den gesamten Weg zu Fuß zurücklegten – obwohl sie im Alltag kaum mobil sind. „Am Ende des Tages waren unsere Gäste müde, aber glücklich“, so Ute Bierwirth, Leiterin der Tagespflege Wilhelmsburg.
Auf unbekannten Pfaden wandern
Müde? Kein Wunder. Kaum angekommen auf der Gartenschau, geht es durch die Lüneburger Heide. Nach einem Abstecher nach Buxtehude, wo die Teilnehmer erfahren, dass dort das Grimm’sche Märchen „der Hase und der Igel“ beheimatet sein soll, gelangt die Gruppe schnell in exotischere Gefilde. Sie passieren einen von Bambus umrankten Tunnel mit unebenem Untergrund – sogar die Rollstuhlfahrer. Trotz Kraftanstrengung ein abenteuerliches Erlebnis.
Neues entdecken, den Pflegealltag durchbrechen – die groß angelegte Aktion, die finanziell komplett von der Pflegediakonie getragen wurde, erreichte ihre Ziele. An drei aufeinanderfolgenden Tagen besuchten insgesamt etwa 50 Pflegekunden die IGS – jeweils eine Gruppe der Tagespflege Wilhelmsburg gemeinsam mit Gästen aus der Seniorenresidenz Bugenhagenhaus (Groß Flottbek) und den Tagespflegen Pinneberg und Norderstedt. „Wir möchten die Menschen zusammenbringen und ihnen ein besonderes Erlebnis bescheren. Mit der IGS haben wir ein einmaliges Ereignis und ein riesiges Blumenmeer direkt in unserem Stadtteil. Daran sollen unsere Gäste teilhaben“, so Angela Berg von der Diakoniestation Wilhelmsburg, die maßgeblich an den Planungen beteiligt war.
Und da nicht nur die IGS über beeindruckende Flora und Fauna verfügt, sondern auch die Tagespflege Wilhelmsburg einen wunderbaren Garten mit Springbrunnen ihr Eigen nennt, war dort im Anschluss an den Ausflug alles für ein sommerliches Grillfest vorbereitet. Gemeinsam ließen die Gruppen den Tag mit einem Kaffee am Springbrunnen ausklingen. „Wir alle werden uns noch lang an diese Tage erinnern“, da war sich Angela Berg abschließend sicher.


Warm durch den Winter in Wilhelmsburg

Corinna Peters-Leimbach, Angela Berg, drei Mitarbeiterinnen der Diakoniestation in den neuen Jacken und Fördervereins-Geschäftsführer Hannsjörg Müller

Wilhelmsburg, 4. Dezember 2012 – Die Mitarbeitenden der Diakoniestation Wilhelmsburg sehen den kalten Wintermonaten gelassen entgegen – zumindest was ihre Kleidung betrifft. Seit neuestem sind sie mit gefütterten Kapuzen-Sweatjacken ausgestattet. Die Idee dazu hatte Angela Berg, Qualitätsmanagementbeauftragte der Diakoniestation.

Ihr liegt das Wohlergehen des Teams am Herzen. Daher nahm sie den Wunsch der Mitarbeiterinnen nach einer bequemen Dienstjacke mit Kapuze ernst: „Die Pflegediakonie stellt uns verschiedene Dienstkleidungsstücke zur Verfügung. Bei der letzten Bestellung waren aber keine Sweatjacken mit Kapuze vorgesehen. Diese kuscheligen Jacken tragen unsere Mitarbeiterinnen bei ihren Einsätzen besonders gern. Denn sie passen zu Wind und Wetter und die Kapuze ersetzt jeden Regenschirm oder sogar Schal“, erzählt Angela Berg. Da kam ihr die Idee, den Förderverein Diakonie Wilhelmsburg e.V. anzusprechen.

Dieser begleitet die Diakoniestation schon seit Jahren – „häufig ideell, manchmal eben auch ganz materiell“, sagt die erste Vorsitzende Pastorin Corinna Peters-Leimbach. Bei ihr und Hannsjörg Müller, Geschäftsführer des Fördervereins, fand die Idee ein offenes Ohr: „So etwas verbindet und schafft Identität. Sowohl innerhalb des Teams als auch nach außen.“ Pünktlich zur kalten Jahreszeit erhielt die Belegschaft der Diakoniestation Wilhelmsburg, nach Rücksprache mit den Fördervereinsmitgliedern, 70 gefütterte Sweatjacken versehen mit dem Logo ihres Trägers, der Pflegediakonie Hamburg-West/Südholstein gGmbH.

Auch nachdem sich der ambulante Dienst diesem diakonischen Verbund im Jahr 2011 angeschlossen hat, besteht die lang gewachsene Beziehung zwischen Förderverein und Station fort. „Es ist schön, dass wir auch weiterhin Seite an Seite gehen – und uns gegenseitig unterstützen und bereichern“, bekräftigt Pastorin Peters-Leimbach. Das sieht auch Marten Gereke, Geschäftsführer der Pflegediakonie, so. Er begrüßte die Initiative von Angela Berg und dankte dem Förderverein für den Beistand.


Pflege in der Pflege

Rückenstärkung durch bunte Bänder: Angela Berg im Einsatz.

Hamburg-Wilhelmsburg, 20. November 2012 – In der Diakoniestation Wilhelmsburg läuft eine neue Form der Mitarbeiterfürsorge mit großem Erfolg: Angela Berg, Qualitätsmanagement-beauftragte und Führungskraft der Station, setzt Klebebänder ein, sogenannte Tapes. Für viele Mitarbeitende ist das eine große Hilfe, zum Beispiel bei Rückenproblemen.

Sie sind etwa fünf Zentimeter breit, bunt, elastisch und auf Baumwollbasis gefertigt: Bänder, die direkt auf die Haut geklebt werden.
Sie lindern Schmerzen im Bewegungsablauf, unterstützten und geben Stabilität. Diese Tapes werden zwei bis drei Tage lang getragen und dann erneuert. Oft führt die Behandlung dazu, dass endlich Besserung eintritt. So geschehen bei Kai Mußmann. Er arbeitet im Organisationsteam der Diakoniestation und als Fahrer eines Kleinbusses, mit dem Gäste der stationseigenen Tagespflegeeinrichtung transportiert werden. Dazu braucht es Kraft und Ausdauer, da die Rollstühle in den Kleinbus geschoben werden müssen. Das Öffnen und Schließen der schweren Fahrzeugtüren kommt hinzu.

Der 42-Jährige leidet schon länger unter Rückenschmerzen und hat viel probiert: Massagen, Sport, Physiotherapie. Richtig geholfen hat nichts. Mußmann: „Ich war sofort bereit, das Taping auszuprobieren und habe festgestellt, dass das Taping von Frau Berg sehr angenehm und erleichternd für meine Körperhaltung ist“.

Die Tapes vollbringen keine Wunder. Vorausgesetzt man bewegt sich, wirken sie wie eine Ganztagesmassage. Angela Berg erläutert: „Das Leiden kann ich nicht wegzaubern. Vielfach wird jedoch der Schmerz gelindert, weil problematische Schonhaltungen durch die Klebebänder vermieden werden. Haltung und Körpergefühl ändern sich“. Das Anbringen der Bänder braucht seine Zeit – ideal, um ein persönliches Gespräch zu führen.

„Bevor ich mit dem Taping beginne frage ich meine Mitarbeitenden, wo sich die Schmerzpunkte befinden. Sollte ich oder meine Mitarbeitenden feststellen, dass die Anwendung keine Wirkung zeigt, verweise ich selbstverständlich sofort auf einen Arzt“, betont die gelernte Altenpflegerin.

Mitarbeiterfürsorge

Marten Gereke, Geschäftsführer der Pflegediakonie Hamburg-West/Südholstein, zu der die Diakoniestation Wilhelmsburg gehört, unterstützt das Angebot. „Wir sehen das als Mitarbeiterfürsorge und als Pflege der Pflegekräfte. Deren Job ist körperlich anstrengend. Viele verausgaben sich sehr für ihre Patienten. Wenn sie Warnsignale ignorieren, rächt sich der Körper irgendwann – lange Krankheiten können die Folge sein.“

Durch diese Anwendungen ist die Ausfallrate bei den Mitarbeitenden der Pflegediakonie in Wilhelmsburg deutlich zurückgegangen. Mittlerweile werden rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diese Weise behandelt. Die Termine werden in der normalen Dienstzeit nach Absprache mit Frau Berg durchgeführt.

Gefragt, wie sie zum Tapen gekommen sei, antwortet sie prompt: „Ich habe mich im vergangen Jahr nach einem Unfall einer schweren Knieoperation unterzogen. In der Regeneration hat mich eine Physiotherapeutin mit Tapes behandelt. Ich wäre ohne diese Bänder nie so rasch wieder auf die Beine gekommen.“ Im Januar lernte sie das Tapen dann von Grund auf und schloss diese Zusatzausbildung mit einem Diplom ab. Berg: „Eine gute Taping-Ausbildung allein reicht nicht. Es braucht sehr viel Übung.“

Carsten Schrötter, Pflegedienstleiter der Diakoniestation Wilhelmsburg, fasst zusammen: „Weiterbildung und Gesundheitsförderung gehen bei uns Hand in Hand. Die Erfolge sind offensichtlich. Wir machen etwas für unsere Mitarbeitenden und man merkt sofort, wie gut ihnen das tut. Betriebe sind nicht nur dazu da, Menschen Arbeit zu geben. Insbesondere in der Pflege müssen auch die eigenen Mitarbeitenden gepflegt werden.“


Umfassende Praxisbegleitung von Auszubildenden in Pflegeberufen

Gut aufgestellt: die fünf Anleiterinnen (hinten, v.l.n.r.) Sandra Rohwer, Bianca Milovanovic, Karin Behrmann, Kerstin Fischer und Teda Kapahnke (2. Reihe rechts) mit den beiden Schülerinnen Anne Gärtner (2. Reihe links) und Catherine Burrows (vorne)

Wilhelmsburg, 31. August 2012 – Wer auf der Elbinsel die Pflege kranker Menschen lernt, kommt an der Diakoniestation Wilhelmsburg kaum vorbei. Sie vermittelt dem Berufsnachwuchs aus Krankenhäusern und Altenheimen das nötige Know-how für die ambulante Pflege. Gleich fünf Praxis-anleiterinnen kümmern sich um diese Aufgabe.

Berufe im Gesundheitswesen haben Zukunft, das gilt besonders für Pflegeberufe, denn immer mehr Menschen sind im Alter auf professionelle Unterstützung angewiesen. Viele wünschen sich dabei Hilfen in gewohnter Umgebung und entscheiden sich darum für ambulante Pflegedienste. Die Diakoniestation Wilhelmsburg ist seit 1975 im Einsatz. Seit 2002 engagiert sich die Station auch für junge Menschen: Sie bietet praktische Erfahrungen in der ambulanten Pflege an, die für alle Schülerinnen und Schüler der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege vorgeschrieben sind.

Carsten Schrötter, Pflegedienstleitung der Diakoniestation, zu den Zielen: „Wir wollen, dass erstklassig ausgebildetes Personal nachwächst, insbesondere in Pflegeberufen. Durch Praktika bei uns lässt sich lernen, was draußen vor Ort, außerhalb von Krankenhäusern, fachlich richtig ist. Wir legen darüber hinaus großen Wert darauf zu vermitteln, dass der respektvolle Umgang mit dem Pflegekunden und seinem Lebensumfeld entscheidend ist, wenn ambulante Versorgung gelingen soll.“

Die Diakoniestation kooperiert mit verschiedenen Altenpflegeschulen und der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand. Weil dort nicht nur eigenes Personal ausgebildet wird, sondern junge Menschen aus neun Krankenhäusern der Umgebung, ist der Bedarf an Praktika in der Diakoniestation hoch. Mittlerweile stehen darum fünf Expertinnen zur Verfügung. Alle sind sie examinierte Altenpflegerinnen bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und haben die Fachweiterbildung zur Praxisanleiterin abgeschlossen. Bis zu sechs Praktikantinnen können so gleichzeitig betreut werden. Der Mix aus fachlichem Können, Berufserfahrung und Lehrkompetenz kommt gut an. Anne Gärtner (20) absolviert seit Juni ihr Praktikum in der Station: „Ich finde es toll, hier eine feste Anleiterin zu haben, die mich individuell betreut und mir vor Ort zeigt und sagt, wie ich es richtig mache.“ Die Schülerin im ersten Ausbildungsjahr betont: „Die Arbeit in den Wohnungen der Pflegekunden ist sehr schön. Und ganz anders als im Krankenhaus.“ Bei ihr und den anderen Schülerinnen kommt gut an, dass die Anleiterinnnen sie stets begleiten. Das gibt allen Seiten Sicherheit: den Pflegekunden, den Schülerinnen und der Diakoniestation selbst.

Die praktische Erfahrung bei der Diakoniestation Wilhelmsburg umfasst auch Einblicke in die Tagespflege. Hier stehen nicht Körperpflege und medizinische Versorgung im Mittelpunkt. Mit den Tagesgästen wird vor allem gebastelt, gekocht, gesungen oder gespielt. Auch Menschen mit Demenz sind unter den Gästen – ein Personenkreis, der besonderes Einfühlungsvermögen erfordert.

Sandra Rohwer (31), seit 2001 im Wilhelmsburger Diakonieteam, ist eine der fünf Anleiterinnen. „Mir macht es immer wieder Freude, Schülerinnen zu zeigen, wie man auch außerhalb von Krankenhäusern oder Altenheimen, nämlich bei den Menschen zu Hause, richtig pflegen kann. Die große Mehrheit der Schülerinnen ist sehr aufmerksam und lernt sehr rasch. Jung und alt – bei uns passt das gut zusammen.“

Foto: Gut aufgestellt: die fünf Anleiterinnen (hinten, v.l.n.r.) Sandra Rohwer, Bianca Milovanovic, Karin Behrmann, Kerstin Fischer und Teda Kapahnke (2. Reihe rechts) mit den beiden Schülerinnen Anne Gärtner (2. Reihe links) und Catherine Burrows (vorne)


Engagierte Wilhelmsburgerin

Seit elf Jahren Ehrenamtliche beim Demenznetz Wilhelmsburg

Wilhelmsburg, 13. Juni 2012 – Sie geben Hilfestellung im Alltag, singen, basteln oder lesen vor: die Ehrenamtlichen des Demenznetzes Wilhelmsburg. Einem Projekt der Diakoniestation Wilhelmsburg, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität von Menschen mit Gedächtnisstörungen zu verbessern. Eine Ehrenamtliche der ersten Stunde ist Gisela Hermasch.

Seit elf Jahren ist die 70-Jährige zweimal pro Woche für das Demenznetz im Einsatz. „Als ich 2001 in Rente gegangen bin, stand für mich fest: ‚Zuhause bleibst du nicht‘“, erinnert sich die gelernte Konditormeisterin zurück. Hermasch, die ursprünglich aus Oberschlesien kommt, hatte zuletzt für die Hamburger Hochbahn als Haltestellenwärterin gearbeitet. „Der Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen hat mir schon immer Freude bereitet“, sagt sie. Vom Pflegeberuf hätte sie jedoch keine Vorstellung gehabt. „Als mich die Hamburgische Brücke als Ehrenamtliche in die Diakoniestation Wilhelmsburg vermittelte, habe ich mich sofort wohl gefühlt.“ Mit dem Pflegepersonal, den Betroffenen und Angehörigen kam die engagierte Wilhelmsburgerin sofort zurecht. „Trotzdem musste ich erst lernen, wie man mit Menschen mit Gedächtnisstörungen umgeht. Heute sind Alter und Krankheit für mich ganz normal. Der Montag und der Donnerstag gehören seit langem dem Demenznetz.“ Für Gisela Hermasch bedeutet das Ehrenamt: „Man gibt nicht nur. Man nimmt auch etwas anderes mit.“

Soziales Netz
Auf 34 weitere Ehrenamtliche stützt sich die Arbeit des Demenznetzes Wilhelmsburg, das bis nach Fischbek, Harburg und Veddel reicht. „Sie sorgen für eine soziale und wertschätzende Betreuung“, erklärt Wilma Waldner, Leiterin des Projekts. Überall dort, wo die professionelle Pflege durch Fachkräfte endet, übernehmen die Ehrenamtlichen. Ihr Einsatzgebiet ist weit gesteckt. „Wenn ein Betroffener im Krankenhaus liegt und der Angehörige verhindert ist, übernimmt ein Ehrenamtlicher den Besuchsdienst“, nennt Waldner ein Beispiel. Viele von ihnen seien über mehrere Jahre hinweg in einer Familie tätig. Nach dem Tod eines Betreuten teilen Angehörige und Ehrenamtliche gemeinsame Erinnerungen.
So wird ein enges soziales Netz gestrickt. Das machen die so genannten „Wohlfühlnachmittage“ auf besondere Weise deutlich. Zu diesen Gelegenheiten kommen einmal im Monat im Diakoniehaus und Garten, in einem lokalen Café, Restaurant oder beim Besuch einer Sehenswürdigkeit in der Umgebung alle zusammen: Betreute, Angehörige und Ehrenamtliche.

Weitere Ehrenamtliche gesucht
Als Leiterin des Demenznetzes organisiert Wilma Waldner die monatlichen Treffen aller Ehrenamtlichen, die zum Erfahrungsaustausch dienen. Sie informiert über Fortbildungen, Veranstaltungen und Veränderungen zu gesetzlichen Vorgaben.
„Die Nachfrage nach ehrenamtlicher Unterstützung ist groß. Wir suchen daher weiterhin engagierte Ehrenamtliche, die für rund zwei Stunden pro Woche bei Menschen mit Gedächtnisstörungen im Besuchsdienst aktiv sein möchten“, ruft Waldner die Wilhelmsburger auf. Da die Ehrenamtlichen mit ihrer Unterstützung den Betroffenen einen strukturierten Alltag geben, ist ihr folgendes ganz wichtig: Zuverlässigkeit und verbindliche Absprachen sind die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit.
Auch körperliche und seelische Gesundheit seien wichtig: „Der Umgang mit der Krankheit Demenz ist eine große Herausforderung. Am besten kann man den Betroffenen helfen, wenn der eigene Kopf ganz frei ist.“

Wer Menschen mit Gedächtnisstörungen in seiner Freizeit helfen, sie begleiten und betreuen möchte, meldet sich bei:

Wilma Waldner
Tel.: (040) 75 24 59 22


Viel Lob beim Frühlingscafé

Diakoniestation Wilhelmsburg: Genießen zusammen das Frühlingscafé für die Kunden: Lisa Batram (l.) und Petra Scholz

Wilhelmsburg, 16. März 2012 – Die Diakoniestation Wilhelmsburg pflegt und betreut seit Jahrzehnten Bewohner in der Wohnanlage Wilhelm Carstens-Stiftung in der Rotenhäuser Straße. Nach wie vor wird die Arbeit der Mitarbeiterinnen dort sehr geschätzt.

Die Diakoniestation betreut seit vielen Jahren Menschen auf der Elbinsel. Praktisch vom ersten Tag an gehörten Bewohner des in der Nachbarschaft gelegenen Carstens-Stifts dazu. Die Diakoniestation ist mit einem eigenen Beratungsbüro im Stift vertreten. Ihre Pflege, Betreuung und hauswirtschaftlichen Dienste gelten als sehr zuverlässig.

Tradition verpflichtet
Was lange Tradition hat, soll auch in Zukunft fortgeführt werden. Das betonte Marten Gereke, der den Kunden der Diakoniestation im Carstens-Stift beim Frühlingscafé Anfang März Rede und Antwort stand. Der Geschäftsführer der Pflegediakonie, einem aufstrebenden Träger ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen in Hamburg und Schleswig-Holstein, hatte 2010 dafür gesorgt, dass die Diakoniestation Wilhelmsburg sich dem Trägerverbund der Pflegediakonie anschließen konnte. „Trotz der häufig knappen Zeitvorgaben für Pflegedienstleistungen wird das Gespräch mit den Bewohnern nie zu kurz kommen“, so Gereke. Denn genau das gehöre zum diakonischen Auftrag, der Hinwendung zum Nächsten vor Ort fordere – durch praktische Hilfe, Unterstützung und Zuhören.

Hilfe vor Ort
Lisa Batram freut sich darüber. Die 88-Jährige lebt seit fast 28 Jahren im Stift und wird von Mitarbeiterinnen der Diakoniestation Wilhelmsburg versorgt. „Allen neuen Bewohnern unseres Stifts kann ich die Diakonie sehr empfehlen. Ich kenne viele Mitarbeiterinnen. Sie sind alle sehr nett und hilfsbereit.“ Das frühere Zimmermädchen, seit 1984 in Rente, lebt seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Wilhelmsburg. Ihr gefällt, dass Wilhelmsburg sich erkennbar verjüngt, dass aber Hilfen für alte Menschen weiter vor Ort bleiben.
Zu ihren Unterstützerinnen gehört Petra Scholz. Die 47-jährige gelernte Speditionskauffrau arbeitet seit rund drei Jahren als Mitarbeiterin der Diakoniestation regelmäßig im Carstens-Stift. Sie kauft für die Bewohner ein oder macht den Hausputz und die Wäsche. „Mir bringt die hauswirtschaftliche Arbeit viel Spaß. Ich habe täglich mit vielen Menschen zu tun, die es einem danken, wenn man sich um sie kümmert und ihnen zuhört“, – bestätigendes Kopfnicken bei den Seniorinnen und Senioren, die mit am Kaffeetisch sitzen.

BU: Genießen zusammen das Frühlingscafé für die Diakonie-Kunden: Lisa Batram (l.) und Petra Scholz


Tagespflege Wilhelmsburg wird Surf-Revier

Wilhelmsburg geht surfen: Manfred Seidel, Elfriede Böge und Angela Berg (rechts) haben alles, was es dazu braucht

Wilhelmsburg, 14. Februar 2012 – Die Tagespflege der Diakoniestation Wilhelmsburg verfügt seit kurzem über einen seniorengerechten Laptop. Mit diesem Computer sind die Tagesgäste im Internet unterwegs, um die virtuelle Welt außerhalb der Elbinsel zu erobern.

Manfred Seidel (Bild: links) ist voller Erwartung: „Ich hatte schon immer großes Interesse an Computern. Bislang hatte ich aber nie Zeit mich damit zu beschäftigen.“ Endlich kann der 62-Jährige loslegen und gleich ins World Wide Web durchstarten. Denn die Diakoniestation hat mit Mitteln einer Lotterie der Hamburger Sparkasse einen seniorengerechten Laptop installiert, der in der gemeinsamen Morgenrunde aller Tagesgäste genutzt wird. Kundige Mitarbeiterinnen haben die Handhabung des Gerätes erläutert, so dass die Gäste möglichst eigenständig auf Entdeckungsreise gehen können. Auch Elfriede Böge (Bild: Mitte) ist mit Feuereifer dabei, auch wenn der Umgang mit der Maus noch etwas Geduld erfordert.

Besonders beliebt sind tagesaktuelle Ereignisse aus aller Welt, Horoskope und Wetterinformationen. Vor allem aber wird das Netz nach alten Kochrezepten durchforstet. Kein Wunder – die Tagesgäste sind Freizeitgourmets, die mehr-mals in der Woche gemeinsam kochen.

Angela Berg (Bild: rechts), Qualitätsmanagerin der Diako-niestation, erläutert das neue Angebot: „Wir wollen, dass die Menschen in der Tagespflege so lang wie möglich am Ball bleiben. Dazu gehört, sich medial auf dem Laufenden zu halten. Die Technik wird immer seniorengerechter. Wir nutzen diese Entwicklung. Dass uns die HASPA seit Jahren unterstützt, zeigt die Anerkennung, die unsere Arbeit ge-nießt.“

Die Mitarbeiterinnen der Tagespflege organisieren nicht nur die „Hardware“. Sie wollen auch für den Austausch zwischen den Generationen sorgen. Schüler und Jugendliche sollen Laptop-Paten werden und ihre Kenntnisse an die Senioren in der Tagespflege weitergeben. Angela Berg dazu: „Die Kids wissen zu Rechnern und zum Internet fast alles. Es wäre klasse, wenn sie davon etwas an die Großelterngeneration vermitteln könnten.“

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Kochen nach Wilhelmsburger Art

Kochen in der Tagespflege Wilhelmsburg: Werner Walz, Kathrin Behr, Claudia Müller, Monika Göke (v.l.n.r.)

Wilhelmsburg, 25. November 2011 – Seit kurzem kochen Mitarbeiter und Gäste der Tagespflege der Diakoniestation Wilhelmsburg regelmäßig selbst. Dreimal pro Woche schwingen sie den Kochlöffel und hantieren mit Pfannen und Töpfen, um ihre Lieblingsspeisen selbst zuzubereiten – jedes Mal ein großer Spaß!

Vor einigen Wochen kauften die Mitarbeiterinnen der Tagespflege an der Rotenhäuser Straße 84 kurz entschlossen neue Küchenutensilien, um die große Küche der Tagespflegeeinrichtung
besser zu nutzen. Kochen sollten nicht die Mitarbeiter, sondern vor allem die Tagesgäste. Sie sollten ihren Vormittag aktiv gestalten, Spaß haben und ihre Fähigkeiten wiederentdecken. Die Idee kommt so gut an, dass bereits dreimal pro Woche gemeinsam gekocht wird. Kathrin Behr, Pflegefachkraft und Mitarbeiterin der Einrichtung: „Wir sind selbst überrascht. Offenbar haben wir den Geschmack unserer Gäste getroffen.“ Kein Wunder. Die Gäste – täglich sind etwa 15 im Haus – bestimmen wie im Restaurant selbst, was auf den Teller kommt. Sie bevorzugen Deftiges: Fleisch, Soße, Kartoffeln, frisches Gemüse – so kennen und mögen sie es von früher. Kathrin Behr verrät: „Gehacktes ist derzeit der Renner.“

Es wird nicht nur gemeinsam geputzt, geschnibbelt und umgerührt. Auch der Speiseplan wird kollektiv beraten. Untergebuttert wird keiner. Behr: „Für unseren türkischen Tagesgast achten wir immer besonders darauf, dass es passt.“ Beim Einkauf der Zutaten sind Frische und Regionalität Trumpf. „Natürlich legen wir Wert darauf, dass frische, gesunde und vitaminreiche Zutaten in den Topf kommen. Wenn es geht, kommt die Ware aus der Region“, betont die Pflegefachkraft.

Monika Göke hat ihr Leben lang gern gebacken. Jetzt kocht die 64-Jährige regelmäßig mit: „Ich finde es toll, dass wir gemeinsam entscheiden und kochen. Das macht Spaß und schweißt zusammen.“ Wer keine Freude am Herd hat, muss nicht helfen. Zu den Vormittagsangeboten gehört unter anderem Zeitung lesen, einzeln oder gemeinsam. Auch Menschärgere-dich-nicht steht hoch im Kurs. Behr: „Jeder macht, was ihm gut tut. Dass es in unserer Küche regelmäßig wuselt und wimmelt – das freut mich aber doch. Aus den besten Rezepten werden wir bald ein eigenes Kochbuch anfertigen. Das könnte ein Bestseller werden, nicht nur hier auf der Elbinsel“, ergänzt Behr mit einem Augenzwinkern.


Gemeinsam zum Wohle der Bewohner

Ganz nah an den Menschen – das ist die Diakoniestation Wilhelmsburg auch in der nahegelegenen Wohnanlage Wilhelm Carstens-Stiftung. Seit 15 Jahren hat die Diakoniestation dort ein eigenes Büro, als Anlaufstelle für die Bewohner des Hauses. Ein besonderes Jubiläum für beide Seiten.
„Wir schätzen die langjährigen Mitarbeitenden der Diakoniestation sehr“, erklärt Karin Schwede, Leiterin der Seniorenwohnanlage in Wilhelmsburg. „Ich kenne viele noch aus meinen eigenen Anfängen im Stift. Das schweißt einfach zusammen!“
Die Diakoniestation Wilhelmsburg ist als einziger ambulanter Dienst mit einem Büro direkt vor Ort vertreten. Ein Komfort für Mitarbeiterinnen und Kunden, denen das breite Angebot der Diakoniestation – von der medizinischen und pflegerischen Versorgung bis hin zur Haushaltshilfe – so leicht zugänglich ist.
„Die Wahl des Pflegedienstes beruht natürlich auf Freiwilligkeit“, betont Angela Berg, Einsatzleiterin im Carstens-Stift und Qualitätsmanagerin der Diakoniestation. Aktuell genießen 52 Bewohner der Seniorenwohnanlage die engagierte Betreuung durch die Mitarbeiterinnen der Diakoniestation.

Gegenseitige Unterstützung
„Der direkte Draht zur Verwaltung kommt unserem Betreuungsprozess zugute“, so Berg weiter. „Gemeinsam mit Frau Schwede und Frau Andreasson, der Seniorenberaterin des Stifts, hat immer jemand ein Auge auf unsere Patienten.“ Dafür ist das Personal der Diakoniestation auch mal zur Stelle bei Bewohnern, die nicht auf ihrer Pflegeliste stehen.
Die Wohnanlage Wilhelm Carstens-Stiftung mitten im grünen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg erfreut sich großer Beliebtheit. 204 Wohnungen unterhält die Stiftung – von der gemütlichen 1-Zimmer-Wohnung bis zum Ehepaar-Apartment mit Balkon. „Das Angebot stimmt einfach“, unterstreicht Berg. „Die Wohnungen sind schön und günstig, es sind Fahrstühle vorhanden und Frau Schwede ist eine engagierte Verwalterin, die ein tolles soziales Umfeld fördert.“ Dazu zählen Skat- und Bingo-Nachmittage, gemeinsames Grillen und Ausflüge in die Umgebung. Die Teilnehmer an diesen Angeboten sind bei 230 Bewohnern dennoch oft dieselben. „Aber auch das beruht ja auf Freiwilligkeit“, bemerkt Schwede mit einem Augenzwinkern.


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